Für einen radikalen Feminismus!

WER WIR SIND
Wir sind eine Gruppe von Frauen aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Schichten, die sich zusammen geschlossen haben, um für die Rechte und Freiheiten aller Frauen zu kämpfen.

WARUM WIR HIER SIND
Nach längeren Beobachtungen und Recherchen zu bereits bestehenden feministischen Gruppen im Ruhrgebiet haben wir festgestellt, dass jede einzelne dieser Gruppen queerfeministische Ansätze verfolgt und es dazu bis zu diesem Zeitpunkt keine Alternative gibt, die über Identitäts- und Betroffenheitspolitik oder Selbstermächtigungs-Workshops hinaus geht. Wir möchten diese fehlende Alternative dazu bieten.
Wir als Kollektiv sind interessiert an der inhaltlichen Auseinandersetzung mit aktuellen, frauenrechtlich relevanten Geschehnissen und Veranstaltungen im Ruhrgebiet und darüber hinaus, an der Aufklärung über die Geschichte der Frauenrechtsbewegung und an einem Diskurs über die Zukunft des Feminismus sowie der Freiheit der Frau.

WELCHE POSITIONEN WIR VERTRETEN
Wir glauben, dass die Unterdrückung und Diskriminierung der Frau ihren Ursprung in der Biologie hat. Auf Grundlage unseres biologischen Geschlechts werden Frauen und Männer ungleich sozialisiert, uns werden schon im Kindesalter sexistische Rollenbilder aufgedrängt, die es bis ins Erwachsenenalter zu erfüllen gilt. Wer aus diesem Rahmen fällt wird in der Regel ausgegrenzt.
Wir glauben, dass Frauen nicht „feminin“ sein müssen, ebenso wenig wie Männer gängige Klischees von „Maskulinität“ erfüllen müssen. Frauen wie Männer sind divers und individuell in ihren Interessen und Charaktereigenschaften. Nach unserem Verständnis sollten wir für die Diversität der beiden Geschlechter kämpfen anstatt neue Identitäten zu konstruieren, die sich letztlich nur an bestehenden Rollenbildern orientieren.
Menschen die der LGBT-, insbesondere der Trans- sowie Intersex-Community angehören, benötigen auf Grund ihres marginalisierten Status in der Gesellschaft unseren besonderen Schutz. Jedoch sind wir der Meinung, dass dieser Schutz nicht bedeuten sollte, dass Frauen ihre hart erkämpften Rechte und Räume teilen oder einschränken, geschweige denn opfern müssen sollten. Reine Frauenschutzräume sollten nach wie vor möglich sein, ohne dem Vorwurf einer transfeindlichen Haltung ausgesetzt zu sein. Wir befürworten ausdrücklich einen Kampf für Schutzräume, welche die Sicherheit von transgeschlechtlichen Personen gewährleisten. Eine Verurteilung und Diskriminierung von Menschen auf Grundlage ihrer Transgeschlechtlichkeit lehnen wir ab.
Was wir allerdings ebenfalls ablehnen ist die aktuelle Entwicklung innerhalb der Trans-Community, wonach lesbische Frauen als transphob, bigott, verklemmt und als „Vagina-Fetischisten“ diffamiert werden, welche romantische sowie sexuelle Beziehungen zu transgeschlechtlichen Frauen mit Penis, aber auch mit chirurgisch konstruierter Neo-Vagina, kategorisch ausschließen. Jeder Mensch, insbesondere die Frau, hat das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung. Keine Frau sollte sich gezwungen fühlen mit Menschen zu schlafen, zu denen sie sich nicht hingezogen fühlt, weil sie sonst das schlechte Gewissen plagt, vermeintlich transphob zu handeln.
Auf Grundlage des Rechts auf die sexuelle Selbstbestimmung der Frau lehnen wir einen positiven Bezug auf die Sexindustrie ab. Ein Konsens, welchen es nur unter bestimmten Prämissen gibt – im Falle der Prostitution unter der Prämisse der Finanzierung des Lebensunterhalts im Sinne des Tausches sexueller Gefügigkeit gegen Geld – ist kein authentischer, enthusiastischer Konsens. Kein Mensch hat das Recht, sich den Zugang zum Körper eines anderen zu erkaufen, insbesondere haben Männer keinen Anspruch auf die Körper von Frauen.
Religion halten wir für ein Mittel zur Durchsetzung patriarchaler Wertvorstellungen und damit für ein Werkzeug zur Kontrolle und Unterdrückung von Frauen, ihrem Verhalten und ihren Charaktereigenschaften. Keine Religion ist in dieser Hinsicht besser als eine andere, den Islam jedoch halten wir auf Grund des hohen Potenzials einer Radikalisierung und der derzeitigen dahingehenden Entwicklung für durchaus ausgeprägter frauenfeindlich als andere Religionen. Frauen sollten sich kleiden dürfen, wie sie es möchten und sind in keinster Weise dazu verpflichtet, ihre „sexuellen Reize“ zu bedecken, nur weil ultra-religiöse Communitys und die eigenen Familien dies von ihnen erwarten und verlangen. Desweiteren glauben wir dass diese Forderung der Verhüllung des weiblichen Körpers stark dazu beiträgt, dass ebendieser als reines Objekt der sexuellen Begierde von Männern betrachtet wird und dass Männer triebgesteuerte Wesen seien, die ihr Handeln nicht eigens kontrollieren könnten beim Anblick des weiblichen Körpers. Den Hijab auf den Köpfen kleiner Mädchen, welche sich des Ausmaßes ihrer – vermeintlich – eigenen Entscheidungen noch überhaupt nicht bewusst sind, halten wir für eine besonders perverse Ausprägung des radikalen Islam.
Daher halten wir es für einen groben Fehler von linken Gruppierungen und AktivistInnen, einer konsequenten Kritik am Islam auszuweichen, häufig mit der Begründung es sei rassistisch, sich ausgerechnet auf den Islam zu spezialisieren. Angesichts der Tatsache, dass immer mehr Menschen aus islamisch geprägten Ländern nach Deutschland flüchten und dementsprechend auch der Anteil der Menschen streng muslimischen Glaubens in unserer Gesellschaft ansteigt, halten wir diese konsequente Kritik allerdings für höchst notwendig. Es sollte möglich sein die Ideologie des Islam zu kritisieren und abzulehnen, während man Rassismus ebenfalls ablehnt – denn letztlich ist der Islam keine „Rasse“, sondern eben eine religiöse Ideologie, zu welcher Menschen jeder Herkunft konvertieren können und dies auch tun.

IHR SEID INTERESSIERT AN UNSERER ARBEIT UND WOLLT UNS AKTIV UNTERSTÜTZEN?
Empfehlt uns weiter, erzählt euren Freunden von uns oder schreibt uns eine E-Mail an radfem-ruhr@mail.de, wenn ihr euch gerne am Kollektiv beteiligen möchtet. Wir freuen uns!


0 Antworten auf „Für einen radikalen Feminismus!“


  1. Keine Kommentare

Antwort hinterlassen

Du musst dich anmelden, um einen Kommentar zu schreiben.

XHTML: Du kannst diese Tags benutzen: <a href=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote> <code> <em> <i> <strike> <strong>


× zwei = acht